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Leidenschaft für Landwirtschaft.

Viele Unternehmen haben eine Geschichte – manche haben Geschichte geschrieben. In der Welt der Landwirtschaft zählt CLAAS zu den prägenden Unternehmen. Begleiten Sie uns auf einen Streifzug durch die Geschichte des Unternehmens seit seiner Gründung 1913.

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Viele Unternehmen haben eine Geschichte – manche haben Geschichte geschrieben. In der Welt der Landwirtschaft zählt CLAAS zu den prägenden Unternehmen. Begleiten Sie uns auf einen Streifzug durch die Geschichte des Unternehmens seit seiner Gründung 1913.

Teil 3 unserer Plakatserie

Eine subjektive Geschichte des Traktors

Der Traktor hat die Welt der Landwirtschaft verändert wie keine Maschine zuvor. In der über 100-jährigen Geschichte haben sich eine Vielzahl an Typen und Anwendungen herausgebildet. Diese facettenreiche Entwicklung veranschaulicht der letzte Teil unserer Plakatserie zur Geschichte der Landtechnik von Dr. Klaus Herrmann.

Interview mit Dr. Klaus Herrmann

Dr. Klaus Herrmann, Leiter des Deutschen Landwirtschaftsmuseums 1988 - 2012.

Herr Dr. Herrmann, als Erfinder des weltweit ersten Traktors gilt John Froelich in den USA. Was wissen wir über ihn und seine Maschine?

John Froelich kam 1849 als Kind deutscher Auswanderer in Nordamerika zur Welt. Er studierte Maschinenbau in Iowa und hatte einen Traum: Einen Schlepper mit Verbrennungsmotor wollte er konstruieren. 1892 machte er den Traum wahr und baute eine 1-Zylinder-Maschine mit Eigenbau-Fahrgestell. Vor allem als mobiler Antrieb von Dreschmaschinen bewährte sich das 16 PS starke und bereits mit Batteriezündung ausgestattete Fahrzeug.

Was war an der Erfindung des Traktors so revolutionär und welche Veränderungen brachte er mit sich?

Zugmaschinen mit Verbrennungsmotoren waren leichter als die zuvor eingesetzten Dampfschlepper. Auch waren sie wendiger und unkomplizierter zu handhaben. Der Name Traktor kam übrigens erst 1906 in Gebrauch. Abgeleitet wurde er von der amerikanischen Bezeichnung „gasoline traction engine“. Inzwischen hat sich der Begriff Traktor weltweit für landwirtschaftliche Zugmaschinen etabliert. Im Vergleich zum tierischen Vorspann hatte der Traktor den Vorzug, Kraftstoff nur beim Einsatz des Fahrzeugs zu benötigen. Zugtiere bedurften der ständigen Pflege und Fütterung. Hinzu kam, dass die nach der Abschaffung der Zugtiere frei gewordene Futterfläche anderweitig gewinnbringend genutzt werden konnte.

Was waren aus Ihrer Sicht wichtige Meilensteine in der Entwicklung des Traktors?

Der Weg hin zum heutigen, universell einsetzbaren Traktor war lang und voller technischer Innovationen. Jedes einzelne Bauteil des Traktors hat eine eigene, von Erfolg und Misserfolg geprägte Geschichte. Will man sich auf drei Meilensteine beschränken, dann gehört die Erfindung der Zapfwelle durch Albert Gougis zu Beginn des 20.Jahrhunderts zweifellos dazu. Epochal waren auch die Entwicklung von Hydraulik und Dreipunktaufhängung durch den Iren Harry Ferguson. Bleibt schließlich die Hinzufügung des Luftgummireifens Anfang der 1930er Jahre durch nordamerikanische Reifenkonzerne. Durch sie wurde der Traktor im Acker und auf der Straße gleichermaßen gut einsetzbar.

Welche vom heutigen Standardtraktor abweichenden Spezialentwicklungen gab es?

Die Kreativität der Ingenieure war – wenn es um Spezialkonstruktionen des Traktors ging – nahezu unbegrenzt. Lange Zeit besonders erfolgreich waren Raupenschlepper. Sie wirkten bodenschonend und machten den Traktor in hohem Grade geländegängig. Nach dem Weltkrieg erfreuten sich Geräteträger einiger Beliebtheit. Sie kombinierten den Traktor eng mit Arbeitsmaschinen und -geräten und eröffneten die Möglichkeit des Einsatzes in mehreren Anbauräumen. Vor allem bei klein- und mittelbäuerlichen Betrieben sowie in Sonderkulturen genossen Geräteträger Wertschätzung. Potenzial gesehen wurde ferner bei den sogenannten Schnellläufern. Sie wurden nachgefragt, wo neben der Ackerarbeit lange Wegstrecken zurückzulegen waren. Bleiben schließlich die Tracs. Als Zweiwegeschlepper mit hoher Zugkraft kommen sie vor allem in der professionellen Landwirtschaft zum Einsatz.

Wohin könnte sich Ihrer Meinung nach der Traktor in Zukunft entwickeln?

Der Traktor wird das Herzstück der motorisierten Landwirtschaft bleiben. Allerdings wird er mehr als bisher „mitdenken“. Seine Fähigkeit, Daten zu speichern und aufzubereiten, versetzt ihn in die Lage, überall dort, wo dem Menschen Grenzen gesetzt sind, den Betrieb zu optimieren. Dazu zählen autonomes Fahren, vernetztes Arbeiten mit angehängten oder angebauten Landmaschinen sowie die Überwachung von Pflege- und Wartungsdiensten. Will man die zukünftige Funktion des Traktors mit einem Slogan kennzeichnen, dann könnte er „Der Traktor, dein starker Freund und Helfer“ lauten.

Plakat hier downloaden