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Leidenschaft für Landwirtschaft.

Viele Unternehmen haben eine Geschichte – manche haben Geschichte geschrieben. In der Welt der Landwirtschaft zählt CLAAS zu den prägenden Unternehmen. Begleiten Sie uns auf einen Streifzug durch die Geschichte des Unternehmens seit seiner Gründung 1913.

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Teil 2 unserer Plakatserie

Eine subjektive Geschichte der Halmfutterernte

Wenn es ums Mähen geht, ist die Sense vielerorts immer noch Mittel der Wahl. Mit der Zeit kamen jedoch viele weitere mechanische und motorbetriebene Gerätschaften hinzu, welche die Halmfuttergewinnung vereinfachten. Einen Überblick über diese Entwicklung gibt Dr. Klaus Herrmann im zweiten Teil unserer Plakatserie zur Geschichte der Landtechnik.

Interview mit Dr. Klaus Herrmann

Herr Dr. Herrmann, Sichel und Sense zählen zu den ältesten Mähwerkzeugen. Was lässt sich über die Ursprünge dieser frühen Form der Halmfuttergewinnung sagen?

Die Entwicklung der Sichel erstreckte sich über zigtausend Jahre. Erntemesser auf der Basis von Tierknochen und Feuersteinsplinten standen am Anfang. Erste eiserne Sicheln sind ab etwa 750 v. Chr. bekannt. Jede Verbesserung im Sichelbau bedeutete - so banal es heute erscheinen mag - einen großen Fortschritt in der Menschheitsgeschichte. Sensen sind neueren Datums. Der lange Stiel und das eiserne Sensenblatt waren anspruchsvoll, sowohl in der Herstellung wie auch im Einsatz. Massenwirksam wurde die Sense in der Frühen Neuzeit. Vor allem von den Niederlanden aus verbreitete sie sich in der westlichen Welt.

Wie entwickelte sich die Halmfutterernte danach weiter?

Bis in das 20. Jahrhundert hinein blieb die Sense das dominierende Gerät der Halmfutterernte. Dabei war Sense nicht gleich Sense. Den regionalen Besonderheiten entsprechend wurden Sensenstiele und -blätter differenziert. Zuletzt gab es eine reiche Vielfalt an Sensen, die unterschiedlich gehandhabt werden wollten. Ende des 19. Jahrhunderts wurden allein in Deutschland rund 1.000 verschiedene Sensenformen gezählt. Hinzu kamen Harken und Rechen, schließlich wollte Halmfutter nicht nur gemäht, sondern auch gewendet und transportiert werden.

Dr. Klaus Herrmann, Leiter des Deutschen Landwirtschaftsmuseums 1988 - 2012.

Wann setzte die Maschinisierung in der Halmfutterernte ein?

Die Maschinisierung der Halmfutterernte beginnt mit der Entwicklung einer praxistauglichen Mähmaschine durch Walter A. Wood. Seine 1859 in Nordamerika vorgestellte Maschine verfügte über ein ungewöhnlich scharfes Messerschneidwerk. Vom Laufrad der Gepsann gezogenen Maschine angetrieben, war es in der Lage, die nur geringen Widerstand bietenden Grashalme sauber zu durchtrennen. Grasmäher sind somit einige Jahrzehnte jünger als Erntemaschinen für Getreide.

Was waren wichtige Entwicklungsschritte hin zur modernen Halmfutterernte? Welche Erntetechniken haben sich neu etabliert, welche konnten sich nicht durchsetzen?

Mit dem Erfolg der Traktoren kam die hohe Zeit der Anbaumähwerke. Der Zapfwellenantrieb machte es möglich und garantierte hohe Schlagkraft. Anfangs handelte es sich vorwiegend um seitlich angebaute Messerbalken, doch dann folgten heckwärts befestigte Trommel- und Scheibenmähwerke. Selbstfahrende Grasmäher gab es auch, doch sie blieben in der Minderzahl. Eine Zäsur bedeutete 1960 das Aufkommen des Ladewagens. Mit ihm konnten die Arbeitsgänge des Mähens und Transportierens in einem Fahrzeug kombiniert werden. Als Einmannmaschine erfreute sich der Ladewagen vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben großer Wertschätzung. Inzwischen ist der Feldhäcksler zur bestimmenden Maschine der Halmfutterernte geworden. In Gras und Mais gleichermaßen gut einsetzbar, überzeugt er durch sauberen Schnitt und hohe Flächenleistung. Feldhäcksler haben die Halmfutterernte zu einem interessanten Geschäft für die überbetrieblich arbeitende Landwirtschaft gemacht. Aber nicht alle Visionen der Halmfutterernte waren wirtschaftlich realisierbar. Mobile Halmfuttertrockner wie Apollo und Grasant beflügelten zwar die Phantasie der Wissenschaft, doch Geld verdient werden konnte mit ihnen nicht.

Was glauben Sie persönlich, wo weitere Entwicklungspotenziale für die Halmfutterernte in der Zukunft liegen?

In der Professionalisierung der Halmfutterernte liegen große Chancen. Leistungsstarke und im Verbund arbeitende Maschinen können die mit extremen Wetterlagen verbundenen Risiken mindern. An Bedeutung zunehmen wird auch die Präzision der Halmfutterernte. In den Erntemaschinen installierte optische Erkennungs- und Erfassungssysteme werden in nicht mehr allzu ferner Zukunft dafür sorgen, dass der Slogan “Auf jeden Halm kommt es an” Wirklichkeit werden wird. Bleibt die Betriebssicherheit der Maschinen: Mit den bislang entwickelten Fremdkörpererkennungssystemen ist man auf einem guten Weg, doch von der Perfektion ist man noch ein Stück weit entfernt.

Plakat hier downloaden

Die Plakatserie im vollständigen Überblick:

  • "Eine subjektive Geschichte des Mähdreschers" (Teil 1), zum Artikel geht es hier lang.
  • "Eine subjektive Geschichte der Halmfutterernte " (Teil 2), zum Artikel geht es hier lang.
  • "Eine subjektive Geschichte des Traktors" (Teil 3), zum Artikel geht es hier lang.